Produktberatung: 0 82 33 / 23 40 50

Swipe to the left

Wie Sie Tauwasser bei Innendämmungen vermeiden

21.10.2013

Die Planung der Innendämmung erfordert eine genaue Vorgehensweise, da im Vorfeld geprüft werden muss, inwieweit die bestehende Konstruktion auch nach Herstellung der Dämmung ihre allgemeinen Schutzfunktionen gegenüber der Regenbelastung langfristig erfüllen kann. Beim Umgang mit Tauwasser sind ein paar wichtige Punkte zu beachten.

Wie Sie Tauwasser bei Innendämmungen vermeiden Birgit Reitz-hofmann / Hemera / Thinkstock

Der Umgang mit Tauwasser

Ein wichtiger Unterschied der Innendämmung zur Außendämmung liegt in einer anderen Schlagregensituation. Beim WDVS wird der Schlagregenschutz mit der Dämmmaßnahme hergestellt, doch bei der Innendämmung muss der meist nicht beeinflussbaren Schlagregensituation große Beachtung geschenkt werden. Es muss im Vorfeld geprüft werden, inwieweit die bestehende Konstruktion auch nach Herstellung der Dämmung ihre allgemeinen Schutzfunktionen gegenüber der Regenbelastung langfristig erfüllen kann. Das erfordert eine genaue Vorgehensweise bei der Planung der Innendämmung.
Mit dem Anbringen einer innenliegenden Dämmung wird das bauphysikalische Verhalten der Außenwand zweifellos verändert. In der Grenzschicht zwischen neu eingebrachter Dämmung und Bestandswand erhöht sich das Tauwasserrisiko. Wasserdampf kann durch die Dämmung schnell in die (jetzt) kalten Bereiche der Konstruktion eindringen und dort kondensieren. Das ist das spezifische Schadensrisiko der Innendämmung. Daher sind ein paar wichtige Punkte zu beachten.
Entweder wird die Tauwasserbildung durch das Anbringen einer dampfdiffusionsbremsenden Schicht vermieden oder stark begrenzt, oder es wird ein Dämmsystem verwendet, das die mögliche Kondensatbildung toleriert, d.h. ein System, das Wasserdampf aufnimmt und eingedrungene Feuchte nach innen abtrocknen lässt. Die letztgenannten Systeme werden oft als diffusionsoffen und kapillaraktiv bezeichnet, doch ist die Bezeichnung tauwassertolerante Systeme vorzuziehen.

Kondensat wird verhindert oder begrenzt

Bei vielen Dämmsystemen wird Kondensat verhindert oder fällt nur in begrenztem Maß an. Schaumglasdämmung oder Vakuum-Isolationspaneele gehören in diese Kategorie sowie sämtliche Systeme mit einer zusätzlichen dampfsperrenden oder dampfbremsenden Schicht. Nachteilig wirkt sich die Dichtigkeit beim Austrocknen der Konstruktion nach innen aus. Ganz gleich, woher das Wasser kommt, es kann nun nicht mehr nach innen austrocknen aufgrund der Dichtigkeit der Konstruktion. Diesem Problem versucht man mit dem Einbau einer feuchteadaptiven Dampfbremse entgegenzuwirken, oder man verwendet optimierte Kleber, die in der Lage sind, entstandenes Kondensat in begrenztem Maße aufzunehmen und zwischenzuspeichern.

Kondensat wird toleriert

Die Mehrzahl der heute am Markt befindlichen Systeme sind wohl tauwassertolerante Systeme. Bei ihnen wird die Kondensatbildung bewusst in Kauf genommen bzw. toleriert. Durch die Verwendung eines hydrophilen Dämmmaterials wird sichergestellt, dass dieses Tauwasser aufgenommen, gespeichert und verteilt werden kann. Dabei wird das entstehende Kondensat von der Tauebene kapillar in den Dämmstoff transportiert, also Richtung Innenseite der Wand, und von dort kann es während der nächsten Entlastungsphase, zum Beispiel während des nächsten Tages, wieder nach innen abtrocknen.
Damit solche toleranten Systeme funktionieren, muss jedoch die Offenheit des Systems gewährleistet bleiben. Es dürfen keine dampfbremsenden Beschichtungen oder Tapeten aufgebracht werden.
Es kann auch notwendig werden, in einem Sanierungsvorhaben verschiedene Systeme anzuwenden. Wenn zum Beispiel Flächen mit Fliesen versehen werden, ist der freie Austausch von Feuchte zwischen Innendämmung und Innenraum nicht mehr möglich. Dann sind dort tauwassertolerante Systeme nicht machbar, und für diese Flächen oder Räume muss, falls die Schlagregensituation es zulässt, auf ein nach innen dichtes System zurückgegriffen werden.

Innendämmung – Produktübersicht

Mineralische Innendämmung

  • Mineralwolledämmplatten (mit Dampfsperre)
  • Spezial-Mineralwolleplatten, WLG 019 (MW mit Siliziumschaum)
  • Vakuum-Isolationspaneele (diffusionsdicht; beidseitig mit Platten)
  • Perlite-Dämmplatten (tauwassertolerant)
  • Mineralschaum-Dämmplatten (tauwassertolerant)
  • Kalziumsilikatplatten (tauwassertolerant)
  • Schaumglas-Dämmplatten (diffusionsdicht)
  • Mehrschichtplatten (Holzwolle mit Mineralwolle; mit Dampfsperre)
  • Leichtlehmplatten (tauwassertolerant)

Innendämmung aus Kunststoffen

  • Polyurethan-Dämmplatten (mit Dampfsperre)
  • Polystyrol-Dämmplatten, expandiert (mit Dampfsperre)
  • Polystyrol-Dämmplatten, extrudiert, für Wärmebrücken

Organische Innendämmungen

  • Holzweichfaserdämmplatten (mit Dampfsperre)
  • Kork-Dämmplatten (mit Dampfsperre)
  • Dämmplatten aus Schilfrohr (mit Dampfsperre)

Innendämmungen kaschiert mit Gipsplatten

  • Polystyroldämmung mit Gipskartonplatte (mit Dampfsperre)
  • Mineralwolledämmung mit Gipskartonplatte (mit Dampfsperre)
  • Spezial-Mineralwolledämmung mit Gipsfaserplatte (mit Dampfsperre)

Innendämmungen und Bekleidungen bei Innendämmungen finden Sie in den SIRADOS-Daten in Altbau-Gewerk 1316 in folgenden Titeln:

  • 1316435 – Innendämmung, mineralisch
  • 1316437 – Innendämmung, Kunststoff
  • 1316440 – Innendämmung, organisch
  • 1316445 – Innendämmung und Bekleidung
  • 1316455 – Bekleidungen